Leben mit Corona

Schülerinnen und Schüler werden zu Zeitzeugen ihrer Zeit

Die Corona-Krise ist einmalig in der Geschichte. Noch nie galt für ein Drittel der gesamten Weltbevölkerung eine Ausgangssperre, wurden Gottesdienste, Großveranstaltungen und selbst das Arbeitsleben in einem solchen Ausmaß heruntergefahren bzw. staatlich verboten. Die Corona-Krise ist nicht zuletzt aus diesen Gründen historisch einmalig und wir werden wohl noch eine ganze Zeit an den Folgen zu tragen haben.

Viele Schülerinnen und Schüler der sechsten bis achten Klasse der Hermann-Tempel-Gesamtschule in Ihlow nahmen diese einmalige Situation zum Anlass und beteiligten sich an der Mitmach-Aktion „Geschichte für morgen. Unser Alltag in der Corona-Krise“, die von der Körber-Stiftung ausgeschrieben wurde. Sie wurden hierdurch zu Zeitzeugen ihrer Zeit. In Sachtexten, Videos, Tagebucheinträgen und auf Plakaten stellen die Schülerinnen und Schüler ihre ganz eigene Sicht auf die Corona-Krise dar. Im Mittelpunkt der Arbeiten stand die Frage, welchen Einfluss das Corona-Virus auf ihr Leben und das ihrer Mitmenschen hat bzw. hatte. Die Beiträge zeigen dabei, dass das in der Presse teilweise überstrapazierte Wort der Solidarität keine leere Hülse für die Schülerinnen und Schüler darstellt, sondern in Form von Einkäufen für die Nachbarn oder dem Nähen von Masken gelebt und ausgelegt wird. Sie zeigen aber auch die negativen Seiten der aktuellen Beschränkungen. Nicht nur, dass sie ihre Hobbys nicht ausleben können, sondern auch soziale Kontakte vermissen.

Insgesamt wird die Sichtweise von Kindern auf die Krise sehr eindrücklich deutlich, die doch in der aktuellen Berichterstattung, in der es vorrangig um die Belange der Erwachsenen geht, oftmals zu kurz kommt bzw. gänzlich fehlt. Ein Blick in die Ergebnisse unserer Schülerinnen und Schüler lohnt sich also.

Text: Jan Heermann