Starke Klasse


Starke Klasse: Was ist das eigentlich?

Die „Starke Klasse“ ist ein Sozialtraining für den 5. Jahrgang. Zweck des wöchentlichen Besuches der Schulsozialarbeit ist, die neuen Klassen „zusammenzuschweißen“.

Starke Klasse soll unterstützen und fördern um eine gute Gemeinschaft zu bilden. Hierbei werden die Schüler*innen aber auch gefordert bestimmte Aufgaben untereinander miteinander nach enger Anleitung zu lösen.  

Es passiert nicht selten, dass ehemalige Grundschüler*innen alte Konflikte in die IGS mitbringen. Das können alltägliche Missverständnisse aus der Freizeit oder der abgebenden Schule sein.  Dieser alte Ballast soll ebenfalls durch Unterstützung der „Starken Klasse“ abgelegt werden können. Ein neues Kennenlernen soll hierbei auch unserem inklusivem Schulcharakter gerecht werden, denn die Schaffung des „wir zusammen“ ist ein zentraler Aspekt des Sozialtrainings, zudem sollen sich die neuen Schüler*innen wohlfühlen können; und dies geschieht in der Regel wenn Vertrauen, Kommunikationsfähigkeiten, Schutz, Motivation und Bestärkung erfahren werden. Die Erfahrung dieser Aspekte ist ein großer theoretischer Hintergrund der Starken Klasse.

Ein weiterführender Zweck des Ganzen Programmes ist im Grunde genommen einfach erklärt: Alle sollen sich wohlfühlen können in ihrer neuen Gruppe, denn wer glücklich ist, lernt auch vielleicht besser.

Hierbei ist zu beobachten, dass der Schritt vom Jahrgang 4 zum Jahrgang 5 relativ groß zu sein scheint. Aus diesem Grund habe ich das Sozialtraining „Starke Klasse“ in Themengebiete unterteilt, um die Kinder schrittweise zu fordern. Da eine Überforderung aber auch vermieden werden soll, werden ab und zu kleine Spiele mit pädagogischem Hintergrund in das Programm integriert.   

Im jeweiligen Schuljahr werden dann insgesamt 5 große Themengebiete mit den Fünftklässler*innen absolviert.

Diese großen Themen sind:

  1. Orientierung („Wir lernen uns in der neuen Klasse kennen“)
  2. Kommunikation („Miteinander sprechen“)
  3. Theorien von Gewalt („Was ist eigentlich Gewalt“)
  4. Emotionen („Ich fühle mich… und ich sehe Du fühlst Dich…“)
  5. Kooperation („Gemeinsam schaffen wir das“)

Die 5 großen Themen werden jeweils in Unterthemen unterteilt. Zum Thema „Kommunikation“ gehört dann zum Beispiel „nonverbale Kommunikation“ oder auch der Faktor aus der natürlichen Komfortzone „ich bleibe auch in Gruppenarbeit nur in meiner kleinen geschlechterhomogenen Freundesgruppe, welche ich schon aus der Grundschule kenne“ rauskommen zu müssen.

Es geht letztendlich um zwei neue Gedanken, welche ich bei den Fünftklässler*innen in der Starken Klasse jedes Jahr neu entwickle:  1. Die Schaffung des Gefühls „wir sind eine Klasse und wir respektieren uns“, sowie 2. „obwohl wir die Kleinen sind, ist das auch unsere Schule“. Hierbei darf man nicht vergessen, dass die Schüler*innen im Jahrgang 4 noch die „Großen“ waren und plötzlich an einer Schule sind, an welcher Schüler*innen bis Jahrgang 10 unterrichtet werden.

Zum Thema „Gewalt“ (die 3. Große Kategorie) gehört auch „Mobbing“. Dieses wiederum wird vertieft in „Cybermobbing“, dem Abklären von Prävention und eigenen Erfahrungen und später durch „Aufklärung über Fehlverhalten im Netz“ und auch „wie wollen wir miteinander online umgehen“; beispielweise in Klassenchatgruppen.   

„Kooperation“ ist das große letzte Themengebiet im Schuljahr. Hierbei werden verschiedene Aufgaben gestellt, welche in verschiedenen Rollen und Gruppen erfahren werden sollen. Wer nimmt welche Rolle in einer Gruppe ein? Gibt es Schüler*innen, die nicht gehört werden von anderen? Gibt es Dauerbestimmer*innen? Wer traut sich Verantwortung zu übernehmen? Wer schafft es andere „mitzuziehen“? Dies sind alles Fragen, welche im Gebiet „Kooperation“ besprochen werden.  

Alle Themen werden immer durch Erfahrungen der Schüler*innen „genährt“. Der so genannte „rote Faden“ von Starke Klasse ist der Schulalltag an sich, denn die Erfahrungen welche die Schüler*innen täglich erleben, sind vielfältig.

Das Sprechen in, vor und mit der Klasse ist ein wichtiger Lernaspekt des Sozialtrainings. Der Spaßfaktor soll dabei aber nie zu kurz kommen und das wöchentliche Ritual der Smiley-Runde läd hierbei zur Reflexion ein.

Zum Abschluss des Schuljahres werden die Klassen mit ihren Smileypostern von mir fotografiert. Das Foto dient dann im Jahrgang 6 (in der Klasse aufgehangen) als Erinnerung an einen etwas anderen „Unterricht“. 

Text: Tobias Hempel

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