Plattdüütsk

Fachleitung
Anja Enninga

Das Thema „Plattdeutsch in der Schule“ erfährt gerade in den letzten Jahren eine vorher kaum für möglich gehaltene Dynamik. Auslöser ist zum einen sicherlich die „Europäische Charta der Regional- oder Minderheitensprachen“, in deren Folge eine zunehmende Wertschätzung der niederdeutschen Sprache zu verzeichnen ist; zum anderen drückt der eklatante Rückgang der Sprachkompetenz bei jüngeren Menschen die Bedrohung der niederdeutschen Sprache unmittelbar aus. (https://www.ins-bremen.de/de/sprache/bildung/platt-in-der-schule.html, Zugriff 10.04.2021)

Schulen wurden daher aufgerufen, sich für die Teilnahme am Modellprojekt „Niederdeutsch in der Sekundarstufe I“ zu bewerben. 16 Modellprojekt-Schulen wurden ausgewählt. Mehr als die Hälfte dieser Schulen bietet Wahlpflichtkurse Plattdeutsch in verschiedenen Jahrgangsstufen an. Dies ist für die Zukunft der Regionalsprache in der Schule von besonderer Bedeutung. Mit der Wahlmöglichkeit wird Plattdeutsch für Schülerinnen und Schüler „wichtig“. Diese „Fremdsprache“ ist wegen der Verwandtschaft mit dem Hochdeutschen, vor allem jedoch mit dem Englischen eigentlich eine „Nahsprache“ und deshalb besonders leicht zu erlernen.

Das neuste Projekt der IGS Ihlow ist die Bewerbung zur „Plattdüütsk School“. Niedersächsische Schulen können sich seit dem Jahr 2013 um den Titel bewerben. Die IGS hat sich in den letzten Jahren nachhaltig nicht nur um die Sprachbegegnung verdient gemacht, im und außerhalb des Unterrichts bemüht sie sich zudem um den Erwerb und die Förderung der niederdeutschen Sprache. Wir wollen so durch verschiedene Aktionen die Sprache Plattdeutsch wieder lebendig machen und in den Alltag zurückholen.

Im Schuljahr 2020/2021 bietet die IGS Ihlow deshalb das erste Mal im Rahmen der Wahlpflichtkurse im 7. Jahrgang die Sprache „Plattdeutsch“ an und ist damit eine von 16 teilnehmende Schule am Modellprojekt „Niederdeutsch im Sekundarbereich I“, das im Schuljahr 2019/2020 gestartet ist. Außerdem wird in Jahrgang 5 in ausgewählten Klassen immersiv „Textiles Gestalten“ unterrichtet (1. Halbjahr 2020/21). Immersiv bedeutet, dass der Unterricht einsprachig auf Plattdeutsch erfolgt.

Zudem sollen die in dem Projekt gesammelten Erkenntnisse dabei helfen, die Einführung des Faches „Niederdeutsch“ als reguläres Unterrichtsangebot für die zweite Fremdsprache im Sekundarbereich I vorzubereiten.

Bisher hat die Hermann-Tempel-Gesamtschule (KGS) bereits regelmäßig am plattdeutschen Vorlesewettbewerb teilgenommen und wird auch im Gewand der IGS dieser Tradition folgen, insbesondere da die Schule mit den Kolleginnen Imke Rieken und Anja Enninga zwei Native-Speaker an Bord hat, die seit langem federführend im Ausrichten des Vorlesewettbewerbs tätig sind.

Im Schuljahr 2022/23 wird sogar der Kreisentscheid des plattdeutschen Vorlesewettbewerbs an der IGS Ihlow von diesen Kolleginnen ausgerichtet.

Wie der Kultusminister Tonne im letzten Jahr bemerkte: „Die Regionalsprachen und Dialekte erleben eine Renaissance in Niedersachsen und über unsere Landesgrenzen hinaus. Darüber freue ich mich sehr, denn die Regionalsprachen und Dialekte sind gleichermaßen Ausdruck von Vielfalt wie auch von Traditionsbewusstsein. Mehrsprachigkeit wirkt sich positiv auf das Lernen aus. Und Mehrsprachigkeit bezieht sich nicht nur auf die Fremdsprachen, sondern auch auf die kleinen Sprachen wie Niederdeutsch und Saterfriesisch. Schulen, die den Erwerb dieser Sprachen ermöglichen, fördern zum einen ihre Schülerinnen und Schüler, zum anderen tragen sie mit dazu bei, diese Sprachen zu erhalten und als Schatz des Landes Niedersachsen zu bewahren.“

(https://www.mk.niedersachsen.de/startseite/aktuelles/presseinformationen/niedersachsen-starkt-das-platt-netzwerk-plattdeutsche-schulen-wachst-auf-40-schulen-16-schulen-starten-neues-modellprojekt-niederdeutsch-im-sekundarbereich-i-185790.html, Zugriff 10.04.2021)

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